Anfang
Das neue Jahr liegt vor uns wie ein unbeschriebenes Blatt.
Waren die Seiten des alten Jahres vollgeschrieben und zerknittert, warten nun neue, weiße Seiten darauf, gefüllt zu werden.
Wir spüren dieses Kribbeln, das jeder Neuanfang mit sich bringt – diese leise Aufregung, die uns verspricht: Jetzt wird alles besser. Wir bekommen eine neue Chance.
Bevor du losstürmst, nimm dir Zeit für den Anfang.
Auch ein Anfang will vorbereitet sein.
Wie oft hast du mit dem neuen Jahr voller Begeisterung etwas begonnen –
„Jetzt wird alles anders!“ –
um kurze Zeit später festzustellen:
„Klappt nicht.“
Dann kehrst du zum Alten zurück, enttäuscht von dir selbst.
Wir in der zweiten Lebenshälfte kennen das nur zu gut.
Ich beginne heute mit meinem Blog „Die zweite Lebenshälfte gestalten“ und freue mich, mit dir auf diese Reise zu gehen.
Ein Jahr lang ist diese Idee in mir gewachsen – jetzt darf sie geboren werden. Sie ist nicht perfekt, und genau das ist in Ordnung. Ich möchte mit und von dir lernen.
Herzlich willkommen an Bord.
Lass uns gemeinsam neu anfangen.
Sich trauen, neu zu beginnen und sich nicht mit dem Alten zufriedenzugeben –
das wird uns beim Blick auf die zweite Lebenshälfte noch oft begegnen.

Am Start für den Anfang
"Aller Anfang ist schwer"
oder Hermann Hesse
"Allem Anfang
wohnt ein Zauber inne"
Ein Anfang will geboren werden
Also: langsam.
Erst einmal durchatmen.
Ein neues Projekt will geboren werden – wie ein Kind.
Nicht umsonst dauert eine Schwangerschaft neun Monate.
Stell dir vor, nach der Feststellung der Schwangerschaft bekämst du sofort ein Baby in den Arm gedrückt.
Ein Anfang braucht Vorbereitung.
Und dafür ist der Januar wie gemacht.
Januar als Vorbereitung
Der Januar ist nach dem Gott Janus benannt – mit zwei Gesichtern:
eines blickt zurück, eines nach vorn.
Er steht für Anfang und Ende.
Bevor wir etwas Neues starten, lohnt sich der Blick zurück.
Vielleicht in deinem Kalender, deinem Tagebuch oder deinen Fotos.
Was hast du alles erlebt?
Nimm dir Zeit für das vergangene Jahr.
Verabschiede es bewusst – in Frieden und Dankbarkeit.
Ein guter Abschied erleichtert den Neuanfang.

Neuanfang braucht Mut und Ausdauer
Den Hafen zu verlassen ist nicht schwer..
Auf hoher See zu bestehen und nicht beim ersten scharfen Lüftchen gleich wieder in den Heimathafen zurückzukehren, das ist die eigentliche Kunst.
Das hat nichts mit Pessimismus zu tun.
Wer in See sticht, sollte sich darüber im Klaren sein, auf hoher See gibt es Stürme und Flauten und villeicht sogar Piraten: Wenn du darauf vorbereitet bist, ein Rettungsboot hast, genug Proviant und eine gute Mannschaft, kommst du nicht in Seenot, wenn sich die erste Herausforderung am Horizont zeigt..
In der zweiten Lebenshälfte hören wir oft diese innere Stimme:
„Lass es, das schaffst du doch nicht.“
Aber wir haben Erfahrung.
Wir haben schon manchen Sturm überstanden und einige Riffe umschifft. Dank dieser Erfahrungen haben wir unseren Werkzeugkasten gefüllt.
Wer Hindernisse vorab bedenkt, ist besser gerüstet – entwickelt Strategien oder sucht Unterstützung.
Vielleicht bei Freunden, in einem Kurs, einer Gruppe, im Sportverein oder bei der Volkshochschule.
Lass dich nicht entmutigen.
Neu anfangen ist besser, als im Alten zu verharren.
Womit willst du anfangen?
Was drückt – oder was möchtest du in dein Leben holen?
Oder möchtest du etwas loslassen?
Werde dir klar, womit du beginnen willst.
Der Anfang und die anderen
Nicht jeder wird mit deinerm Anfang einverstanden sein: „Was soll das denn?“ „Lass doch lieber“, oder „Das kannst du doch nicht“. Unsere Mitmenschen haben es nicht gern, wenn wir uns verändern, es soll lieber alles so bleiben, wie bisher. Veränderungen bringen Unsicherheiten mit sich.
Aber in der zweiten Lebenshälfte willst du es nicht mehr anderen recht machen, sondern deine Visionen und Vorstellungen leben.
Wozu ein Anfang?
Was ist dein Motiv?
Willst du die Selbstoptimierungsspirale noch fester anziehen, um andere zu beeindrucken?
Oder willst du dein Leben vertiefen und für die zweite Lebenshälfte mehr Lebensqulität gewinnen? In dieser Phase kommt dir die Endlichkeit entgegen, deshalb solltest du gerade jetzt nicht zögern, einen neuen Hafen anzulaufen. und zwar genau den, der zu dir passt.
Dauerhafte Unzufriedenheit belastet unsere körperliche und seelische Gesundheit.
Ein Neuanfang kann langfristig Lebensqualität schaffen.
Beginnst du zum Beispiel mit Bewegung, wirkt das nicht nur jetzt –
sondern stärkt dich für die kommenden Jahre.

Stella begleitet uns auf unserer Reise
Muss wirklich alles anders werden?
Vielleicht musst du das Rad gar nicht neu erfinden.
Vielleicht reicht es, Bestehendes umzubauen.
Bevor du kündigst, prüfe, was sich innerhalb deiner Arbeit verändern lässt.
Neue Kolleg:innen garantieren keine bessere Stimmung.
Bevor du deine Ernährung komplett umstellst, beginne mit kleinen Anpassungen.
Oder starte statt eines Laufprogramms erst einmal mit Spaziergängen.
Kleine Schritte tragen weiter.
Passt dein Anfang in deinen Alltag?
Schau ehrlich in deinen Kalender.
Ist da überhaupt Zeit für dein neues Projekt?
Musst du dafür auf etwas anderes verzichten oder wird dein Terminplan mit dem Anfang immer voller?
Neue Gewohnheiten müssen zu deinem Leben passen –
nicht umgekehrt. Sie sollen dir nicht mehr Stress bereiten, sondern deine Lebensqualität verbessern.
Vorsicht vor großen Anschaffungen
Braucht es sofort die komplette Ausrüstung – oder geht es kleiner?
Ein Zeichenblock statt ein ganzes Atelier.
Ein Kurs statt eigener Tauchausrüstung.
Wenn du nach einem halben Jahr noch dabei bist, kannst du dich mit gutem Material belohnen.
Nimm dir den Januar zur Vorbereitung.
Ohne Druck. Ohne Eile.
Für deinen Anfang habe ich eine Reflektion vorbereitet, die du immer am Ende meiner Artikel finden wirst, damit du das Thema nachhaltig bearbeiten kannst. Du brauchst nichts dafür außer einen gemütlichen Platz, einen Tee oder Kaffee und ein leeres Notizbuch, das ab jetzt dein Logbuch ist:
Und jetzt tritt an die Reling:
Atme tief ein und lange aus.
Rieche die salzige Luft.
Sieh das Glitzern der Sonne auf dem Wasser.
Höre die Wellen rauschen, das Schreien der Möwen
spüre das weiche Holz der Reling unter deinen Händen

An der Reling siehst du den Horizont

Schreibe in dein Logbuch
Anfangen – dein Logbuch
- Verabschiede das alte Jahr in Dankbarkeit, dann lass los
- Was willst du neu anfangen, in dein Leben holen oder über Bord werfen?
- Wozu dient dir der Anfang?
- Passt der Neuanfang in deinen Alltag?
- Welche Hindernisse könnten dich bremsen?
- Wo findest du Unterstützung?
- Muss es ein Neuanfang sein oder kannst du altes modelieren
- Brauchst du wirklich gleich eine Ausrüstung?
- Was ist dein erster kleiner Schritt?
- Wie sieht dein Leben in einem Jahr aus, wenn es gelingt?
Schreibe mit der Hand in dein Logbuch., ohne zu korrigieren. Schreibe alles auf, was dir durch den Kopf geht. Im Schreiben klärt sich vieles.
Dein Anfang bekommt Form, wir legen ab.
Ich wünsche dir von Herzen einen guten Anfang. Leinen los!
Bis bald
deine Mara
