Teil 4: Den Kompass in deiner Hand und in deinem Leben


Den Lebenskompass in deiner Hand

Vielleicht hältst du inzwischen deinen eigenen Wertekompass in der Hand. (Wenn nicht, schnell zu Teil 3)

Es hat wahrscheinlich einige Zeit und Gedankenarbeit gebraucht, bis du deine Werte gefunden und ausgewählt hast. Aber jetzt ist es so weit.

Klasse. Dafür darfst du dich ruhig ein bisschen feiern!

Und eines solltest du dabei wissen: Ein Kompass ist kein starres Instrument. Im Laufe unseres Lebens können sich Werte verändern, ergänzen oder neu gewichten.

Was uns mit 30 wichtig war, muss uns mit 60 nicht mehr genauso wichtig sein.

Nichts ist in Stein gemeißelt.

Genau genommen handelst du natürlich schon immer entlang deiner Werte. Du bist vielleicht zuverlässig, kreativ, hilfsbereit oder hast andere Menschen besonders gut im Blick. Deine Werte waren also schon da – vielleicht hast du sie bisher nur nicht bewusst benannt.

Jetzt hast du sie sichtbar gemacht.

Und damit beginnt der eigentlich spannende Teil:

Wie willst du deine Werte in deinem Alltag leben?

Werte im Alltag auf dem Prüfstand

Werte sind schön auf dem Papier. Ihre eigentliche Kraft zeigen sie aber erst, wenn wir anfangen, nach ihnen zu handeln.

Denn manchmal wissen wir sehr genau, was uns wichtig ist – und handeln trotzdem ganz anders.

Wenn Gesundheit einer deiner Kernwerte ist: Warum schläfst du regelmäßig zu wenig? Greifst oft in die Chipstüte und Sport ist so gar nicht dein Ding?

Wenn Freiheit ein Kernwert ist: Warum sagst du dann zu allem Ja?

Übernimmst jede Aufgabe, die dir andere auf den Tisch legen?

Oder ganz banal:

Isst du immer noch Döner, weil deine Leute das lieben, obwohl du eigentlich gar keinen magst?

Ich weiß, meine Fragen sind unbequem.

Aber genau hier wird es interessant.

Denn zwischen „Das ist mir wichtig“ und „So lebe ich“ liegt manchmal ein ziemlich großer Unterschied.

Und genau dort entsteht Veränderung.

Das Ruder selbst in die Hand nehmen

Die zweite Lebenshälfte erinnert uns vielleicht mehr als jede andere Lebensphase daran, wie kostbar unsere Zeit ist.

Wir können nicht wissen, wie viele Jahre uns noch bleiben. Aber wir können beeinflussen, wie wir die Jahre gestalten, die vor uns liegen.

Selbstbestimmt zu leben bedeutet allerdings nicht, dass plötzlich alles leicht wird.

Du kannst an Bord an der Reling stehen, im Liegestuhl liegen oder gespannt im Speisesaal auf deine Mahlzeit warten.

Aber dann darfst du dich nicht allzu sehr wundern, wenn du irgendwann an einer ziemlich öden Insel landest – oder einen Rollmops auf dem Teller findest.

Ich liebe Hering. Aber Rollmops ist einfach nicht meins.

Das Steuer selbst in die Hand zu nehmen heißt: hinschauen, vorausschauen, Entscheidungen treffen und immer wieder nachjustieren.

Mal herrscht Sturm, mal Flaute. Mal läuft alles nach Plan und manchmal musst du einen völlig neuen Kurs einschlagen.

Das gehört zum Leben dazu.

Aber die öde Insel ist für deine nächsten Jahre keine Pflichtstation.

Also: Steuer in die Hand und Kurs auf die Häfen, die dein Herz zum Hüpfen bringen.

Es ist die Mühe wert!

Ein Kompass allein reicht nicht

Du weißt jetzt, was dir wichtig ist.

Aber ein Kompass allein bringt ein Schiff noch nicht ans Ziel.

Entscheidend ist, wie du deinen Kurs im Alltag hältst.

Genau für diese Situationen habe ich mein 5-Anker-Modell entwickelt.

Es hilft dir dabei, deine Werte nicht nur zu kennen, sondern sie in konkrete Entscheidungen und nächste Schritte zu übersetzen.

Denn manchmal wissen wir zwar, wo wir hinwollen – werden aber von Gewohnheiten, Bequemlichkeit, Ängsten oder dem Alltag wieder abgetrieben.

Dann brauchen wir einen Anker.

Mein 5-Anker-Modell

Um nicht im großen Meer von Wellen und Strömungen abgetrieben zu werden, brauchen wir Halt. Wenn ein Schiff sicher vor Anker liegt, entsteht Raum für das, was an Bord getan werden muss.

Und genauso ist es im Leben.

Wir brauchen manchmal einen Moment zum Innehalten. Zum Sortieren. Zum Nachdenken.

Vielleicht geht es darum, gesund zu essen. Vielleicht um eine Entscheidung im Beruf. Eine Beziehung, die sich verändert hat. Mehr Zeit für dich selbst. Oder endlich etwas zu tun, das du schon lange vor dir herschiebst.

Der Anker gibt deiner Vision Halt und Struktur.

Deshalb habe ich den Anker als Symbol für mein Modell gewählt.

Die fünf Anker helfen dir, aus einem diffusen

„Eigentlich müsste ich …“, zu einem klaren „Das ist mein nächster Schritt.“

AnkerAAusgangspunkt
Wo stehe ich heute wirklich
AnkerNNotwendigkeit
Was ist jetzt wichtig? Was braucht meine Aufmerksamkeit?
AnkerKKlarheit
Was will ich eigentlich? Und was hält mich bisher zurück?
AnkerEEntscheidung
Was entscheide ich? Was ist mein nächster konkreter Schritt?
AnkerRRessource
Was oder wer kann mich dabei unterstützen?

Damit hast du fünf einfache Fragen, die dir helfen können, auch in schwierigen oder ganz alltäglichen Situationen wieder Orientierung zu finden.

5 Anker, wie geht das?

Fünf Anker, die dir helfen können, deinen Kurs zu halten – gerade dann, wenn es im Alltag mal wieder ordentlich schaukelt.

Aber wie funktioniert das Ganze eigentlich ganz konkret?

Das schauen wir uns im nächsten Beitrag an. Dann werfen wir die Anker gemeinsam aus und nehmen eine ganz alltägliche Situation unter die Lupe.

Bis dahin, mit Rückenwind für dich, deine Mara

Frauen aktiv gesund

Hier bekommst du alle Teile zu deinem Lebenskompass

Teil 1: Wir funktionieren bis plötzlich die Frage auftaucht was will ich eigentlich. Hier kannst du Teil 1 nachlesen

Teil 2: Was ist dir wirklich wichtig? Was sind Werte? Hier kannst du Teil 2 Nachlesen

Teil 3: Finde 8 Werte für deinen Lebenskompass. Hier kannst du Teil 3 nachlesen

Teil 4: Der Kompass in deiner Hand und in deinem Leben

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