Finde 8 Werte für deinen Lebenskompass
Vielleicht hast du beim Lesen der letzten beiden Artikel schon gemerkt, dass ein Lebenskompass nur dann Orientierung geben kann, wenn er auf deinen eigenen Werten basiert. Aber welche sind das eigentlich? Genau das wollen wir heute herausfinden, um deinen persönlichen Wertekompass zu erstellen.
Werte im Alltag

Persönliche Werte
Vor ein paar Jahren hätte ich dir wahrscheinlich sofort sagen können, was anderen wichtig ist. Aber was mir selbst wirklich wichtig war?
Darüber musste ich erst nachdenken. Gerade in der zweiten Lebenshälfte verändert sich vieles. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Werten noch einmal bewusst auf die Spur zu kommen.
Werte sind wie ein innerer Maßstab. Sie beeinflussen unsere Entscheidungen, oft, ohne dass wir es merken. Sie geben uns Halt und Orientierung. Gleichzeitig helfen sie uns, unser Leben so zu gestalten, dass es sich für uns richtig anfühlt.
Indem du dich an einen bestimmten Wert bindest, wählst du eine Einschränkung der grenzenlosen Freiheit. Aber indem du deine Werte selbst wählst, bedeutet das gleichzeitig persönliche Freiheit. Du musst die Werte der anderen nicht teilen, sondern kannst dein Leben nach deinen Werten leben.
Werte finden
Ganz praktisch brauchen wir eine Liste mit Werten, um uns ein Bild machen zu können. Die findest du hier
„Wer seine Werte kennt, lässt sich nicht von jeder Meinung aus der Bahn werfen.“
Werte im Alltag
Wenn du die Liste durchgehst, stell dir dazu eine Alltagssituation vor:
Ich gebe dir einige Beispiele:
- Ehrlichkeit
Wir alle finden Ehrlichkeit einen wichtigen Wert, haben uns aber sicher schon bei kleinen Flunkereien erwischt. Ich sage meiner Bekannten ab, weil ich für einen Kaffeeklatsch einfach zu müde bin. Um sie nicht zu verletzen, schütze ich Kopfschmerzen vor und vertröste sie auf die nächste Woche.
Sicher kennst du solche Ausreden und trotzdem ist dir Ehrlichkeit wichtig.
- Freiheit
Gerade in der 2. Lebenshälfte wird Freiheit für uns wichtig. Nach Jahren der familiären Einbindung, wollen wir jetzt frei entscheiden, wie unser Tag aussehen soll. Aber wie weit soll deine Freiheit gehen?
Da ich Teilzeit arbeite, genieße ich meine freien Tage. Mein Partner fragt mich, ob wir nicht einen Ausflug machen wollten?
Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut für „meine Sachen“ Zeit zu haben, aber auch mein Partner ist mir wichtig. Früher hätte ich wahrscheinlich sofort „Ja“ gesagt.
Heute frage ich mich öfter: Was brauche ich eigentlich selbst? Das fühlt sich manchmal ungewohnt an – aber auch richtig. Also wäge ich ab, wie weit meine Freiheit heute gehen soll.
- Veränderungen
Veränderung, ein Wert, der die ganze zweite Lebenshälfte umfasst. Wie stehe ich zu Veränderungen? Empfinde ich sie als Bereicherung oder bereiten sie mir Stress? Mag ich es, den gleichen Urlaubsort jedes Jahr wieder zu begrüßen, wie einen alten Bekannten oder zieht es mich in neue Orte und Länder, die ich erkunden möchte?
Ich merke bei mir, dass ich beides mag. Manche Traditionen geben mir Halt. Gleichzeitig merke ich, es tut mir etwas Neues auszuprobieren – mit dem Alter werde ich mutiger, es wird mir mehr und mehr egal, was andere denken.
Du siehst, Werte werden vielfältig, wenn wir ihnen Leben einhauchen.
Deshalb solltest du ehrlich mit dir sein, um einen Werte-Kompass zu entwickeln, der wirklich dein Kompass ist.
Finde deine Kernwerte:
Geh die Liste deiner Wahl durch und bewerte jeden Wert mit Punkten. Der, auf den du auf keinen Fall verzichten willst bekommt 10 Punkte, der, auf den du verzichten könntest, bekommt nur 1 Punkt.
Als ich meine eigene Werteliste zum ersten Mal durchgegangen bin, wollte ich am liebsten jedem zweiten Wert zehn Punkte geben. Schließlich klangen fast alle wichtig. Erst als ich mir kleine Alltagssituationen vorgestellt habe, wurde mir klar, worauf ich wirklich nicht verzichten möchte.
Richte dich nicht danach, was man tun sollte, was andere von dir erwarten würden, sondern sei ehrlich zu dir selbst. Was ist dir wichtig?
Diese Frage wirst du nicht von heute auf morgen beantworten können, lass dir Zeit. Vielleicht legst du deine Liste ein paar Tage weg, um sie später weiter zu bearbeiten. Sprich mit einer Freundin oder deinem Partner:in darüber. Oft wird uns gerade im Diskurs klar, was uns wichtig ist.

4. Der Kompass entsteht
Jetzt stellst du die 8 Werte zusammen, die die meisten Punkte bekommen haben. Die gehören in deinen persönlichen Lebenskompass. Natürlich kannst du deinen Kompass erweitern, aber zu viele Werte machen die Lage leicht unübersichtlich. Deshalb beschränke dich auf 8 Kernwerte.
Ich fand diese Übung überraschend. Manche Werte, von denen ich dachte, sie wären besonders wichtig, landeten am Ende gar nicht unter meinen ersten acht. Andere haben mich selbst überrascht. Genau deshalb lohnt sich diese kleine Reise zu den eigenen Werten
Du möchtest deine acht Kernwerte nicht nur im Kopf haben, sondern schwarz auf weiß vor dir sehen?
Ich habe dafür ein Wertekompass-Blatt vorbereitet. Trag deine acht Werte ein und bewahre es an einem Ort auf, an dem du es immer wieder zur Hand nehmen kannst.
Herzlichen Glückwunsch!
Du hast heute einen großen Schritt auf deiner Reise gemacht. Dein Lebenskompass nimmt langsam Gestalt an. Vielleicht fühlt sich noch nicht jeder Wert ganz sicher an – das ist völlig normal. Ein Kompass entsteht nicht an einem Nachmittag, sondern entwickelt sich mit deinen Erfahrungen weiter.

Im nächsten Artikel zeige ich dir, wie dein Lebenskompass mit meinem 5-Anker-Modell im Alltag lebendig wird. Denn Werte sind erst dann wirklich wertvoll, wenn sie unsere Entscheidungen beeinflussen.
Ich freue mich, wenn du wieder dabei bist.
Mit Rückenwind für dich, deine Mara

Teil 1: Wir funktionieren bis plötzlich die Frage auftaucht was will ich eigentlich. Hier kannst du Teil 1 nachlesen
Teil 2: Was ist dir wirklich wichtig? Was sind Werte? Hier kannst du Teil 2 Nachlesen
Teil 3: Finde 8 Werte für deinen Lebenskompass
Teil 4: folgt
