Werte leben
Du hast inzwischen richtig viel geschafft:
- Du hast dich gefragt, was dir wirklich wichtig ist
- Du hast 8 Werte für deinen Wertekompass gefunden
- Du hast begonnen, deine Werte bewusst wahrzunehmen
Aber, wie sieht das im Alltag aus?
Wie kommen deine Werte vom Papier in dein Leben?
Meist weißt du ganz genau, was dir gut tun würde, was richtig oder wichtig wäre, und trotzdem machst du weiter wie bisher. Weil der Alltag ruft, andere etwas von uns wollen oder wir uns selbst auf später vertrösten.

Mit den fünf Ankern durchs Leben
Mich haben immer wieder Situationen geärgert oder verunsichert, in denen ich genau wusste, was mir wichtig war – und mir trotzdem nicht klar war, wie ich vom Wissen ins Handeln komme.
Genau daraus ist mein 5-Anker-Modell entstanden.
Heute hilft es mir, wieder klarer zu sehen
Wo stehe ich?
Was ist jetzt notwendig?
Was will ich wirklich?
Welche Entscheidung steht an?
Und was hilft mir dabei?
Wir gehen vor Anker

Nehmen wir heute etwas ganz Banales:
Ich habe wenig Lust, mir am Abend einen Salat zu schnippeln. Ein Brot tut es doch auch.
Morgen gibt es wieder mehr Gemüse.
Andere ernähren sich schließlich auch von Fastfood und sind alt geworden.
Also ab mit dem Thema in die Seemannskiste.
Nur lässt mich das Thema nicht ganz los. Schließlich ist mir eine nährstoffreiche Ernährung wichtig.
Und eigentlich dauert die Schnippelei gar nicht lange.
Ein belegtes Brot wird mir wahrscheinlich schwer im Magen liegen und der Salat schmeckt mir immer richtig gut!
Also hole ich meine Anker heraus:
![]() | A Ausgangspunkt | Ich habe heute keine Lust, Salat zuzubereiten, obwohl mir gesunde Ernährung wichtig ist |
![]() | N Notwendigkeit | Ich möchte mich gut ernähren, da wäre Salat besser als nur Brot Was brauche ich dafür heute tatsächlich? |
![]() | K Klarheit | Ich möchte mir etwas Gutes tun. Mit der Küchenmaschine könnte ich Salat schnell zubereiten und sogar für mehrere Tage vorsorgen. |
![]() | E Entscheidung | Heute mache ich mir einen kleinen Salat. Am Wochenende bereite ich eine größere Portion vor |
![]() | R Ressource | Meine Küchenmaschine, passende Rezepte und vielleicht jemand, mit dem ich mich beim Kochen abwechseln kann |
Ich schaue hin, mache mir bewusst, was mir wichtig ist, und treffe eine Entscheidung:
Gemüsemesser raus!
Das Leben genießen
Das bedeutet übrigens nicht, dass Ausnahmen verboten sind.
Ganz im Gegenteil.
Eine Torte zum Geburtstag. Ein Glas Wein auf dem Dorffest. Nach einem langen Tag die Beine hochlegen und lesen, statt noch Sport zu treiben.
Das Leben darf genossen werden.
Aber aus einer Ausnahme sollte nicht unbemerkt eine Gewohnheit werden.

Deine Vision Schritt für Schritt leben
Und genau darum geht es bei deinen Werten:
Sie sollen nicht nur in deinem Wertekompass stehen. Sie sollen dein Leben mitgestalten.
So wird aus einer Vision ein nächster Schritt.
In meinem Blog werden wir deshalb immer wieder gemeinsam mit diesen fünf Ankern arbeiten.
Was ist mit den großen Dingen im Leben?
Das Salatbeispiel ist ziemlich banal. Aber wie sieht es mit den großen Dingen im Leben aus?
Vielleicht möchtest du mehr Zeit mit Menschen verbringen, die dir guttun. Vielleicht möchtest du etwas Neues ausprobieren, das du schon lange vor dir herschiebst, oder mehr Bewegung in dein Leben bringen.
Vielleicht fragst du dich auch, wie es in der Familie weitergeht, wenn die Kinder aus dem Haus gehen oder die Eltern älter werden.
Zu all diesen Themen wird es im weiteren Verlauf Blog-Artikel geben, mit denen ich dich bei deinen Vorhaben unterstütze.
Aber fürs erste kannst du das Ankermodell einfach ausprobieren, so oft du magst.
Ein Kompass für die zweite Lebenshälfte
Ist das Ankermodell ein Allheilmittel, das dich immer auf dem richtigen Kurs hält? Nein, so einfach ist es natürlich nicht. Manchmal erscheint dir ein Vorhaben zu groß. Manchmal fehlen der Mut, die Kraft oder die passenden Rahmenbedingungen. Das ist menschlich.
Dann musst du deinen Wunsch nicht gleich aufgeben. Vielleicht brauchst du einen kleineren ersten Schritt, Unterstützung oder einfach noch etwas Zeit.
Mit deinem Kompass bleibst du auf Kurs.

Dein eigener Kurs beginnt jetzt
Deine Werte sind kein Regelwerk, an das du dich von nun an sklavisch halten musst. Sie sind vielmehr dein persönlicher Kompass. Sie helfen dir, bewusste Entscheidungen zu treffen, die zu dir passen, und immer wieder zu prüfen, ob du noch auf deinem eigenen Kurs bist.
Das ist gerade in der zweiten Lebenshälfte wichtig. Denn unsere Prioritäten verändern sich. Oft merken wir, dass wir lange die Wünsche anderer erfüllt haben. Oder wir entdecken plötzlich Möglichkeiten, für die früher kein Platz war.
Du musst nicht gleich dein ganzes Leben umkrempeln. Manchmal reicht ein kleiner Schritt. Eine Entscheidung, die du schon lange vor dir herschiebst. Ein Nein, das längst überfällig ist. Oder ein Ja zu etwas, das dir Freude macht.
Und wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, dann hol deine fünf Anker heraus.
Sie werden dir nicht jede Entscheidung abnehmen. Aber sie können dir helfen, klarer zu sehen und deinen nächsten Schritt zu finden.
Denn dein Leben gehört dir. Und du darfst den Kurs immer wieder neu justieren.
Jetzt bin ich neugierig: Welche acht Werte sind auf deinem Kompass gelandet?
Schreib mir gern unter flaschenpost@frauenaktivgesund.de
Nach dieser wirklich intensiven Reihe, soll es im nächsten Beitrag mit einem handfesten Thema weitergehen:
Muskeln kennen kein Rentenalter
Warum Krafttraining gerade ab 50 so wichtig wird
Ich hoffe, du bist wieder dabei. Bis dahin:
Mit Rückenwind für dich, deine Mara

Hier bekommst du alle Teile zu deinem Lebenskompass
Teil 1: Wir funktionieren bis die Frage auftaucht, was will ich eigentlich. Hier kannst du Teil 1 nachlesen
Teil 2: Was ist dir wirklich wichtig? Was sind Werte? Hier kannst du Teil 2 nachlesen
Teil 3: Finde 8 Werte für deinen Lebenskompass. Hier kannst du Teil 3 nachlesen
Teil 4: Der Kompass in deiner Hand und in deinem Leben. Hier kannst du Teil 4 nachlesen

